Grundsätze Psychotherapie

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Psychotherapie bedeutet wörtlich übersetzt Behandlung der Seele. Sie bietet Hilfe bei Problemen, die durch Störungen des Denkens, Fühlens, Erlebens und Handelns entstehen. Dazu zählen u.a. Reaktionen auf schwere Belastungen, Anpassungsstörungen, Ängste, Depressionen, Essstörungen, Verhaltensstörungen bei Kindern und Jugendlichen, Süchte und Zwänge.

Darüber hinaus wird Psychotherapie bei psychosomatischen Störungen angewandt. Der Begriff Psychosomatik bringt zum Ausdruck, dass die Psyche (Seele) einen schädigenden Einfluss auf das Soma (Körper) hat.

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Wann ist eine Psychotherapie ratsam?

Wer von seelischen Problemen geplagt wird und diese alleine nicht in den Griff bekommt, sollte sich ebenso wenig wie bei körperlichen Erkrankungen scheuen, professionelle Hilfe in Anspruch zu nehmen. Die gilt natürlich vor allem dann, wenn sich die psychische Störung schon über längere Zeit hinzieht oder wenn sie sich gar mehr und mehr verschlimmert. Für den Erfolg einer Therapie ist es allerdings sehr bedeutsam, dass der Betroffene ernsthaft dazu bereit ist, sich mit seinen Problemen auseinanderzusetzen und an deren Beseitigung - unterstützt durch den Psychotherapeuten - mitzuarbeiten. Der Psychotherapeut ist kein Zauberer, der Probleme einfach und schnell zum Verschwinden bringt.



Sie sollten unbedingt einen Psychotherapeuten aufsuchen,

 

  • wenn Sie nicht mehr in der Lage sind, Ihre Alltagspflichten zu erledigen.
  • wenn Sie alles versucht haben und keinen Rat mehr wissen.
  • wenn Ihr Leidensdruck groß ist, und Sie an Selbstmord denken.
  • wenn Sie Probleme mit Alkohol oder anderen Suchtmitteln kompensieren.
  • wenn Sie mehr als vier Wochen unter Ängsten oder Depressionen leiden.
  • wenn Sie unter Schmerzen, Schwindel oder Schlafstörungen leiden ohne dass der Arzt eine körperliche Ursachen finden kann.

 

Bitte beachten Sie:


Gesetzliche Krankenkassen übernehmen die Kosten für Psychotherapie ausschließlich bei einer psychischen Störung mit "Krankheitswert", d.h. der Psychotherapeut definiert Sie gegenüber der Krankenkasse als psychisch krank und stellt dafür eine Diagnose (z. B. „Depression“ „Erschöpfungszustand“ etc.).

Die Therapiestunden beim Heilpraktiker sind in der Regel privat zu bezahlen. Sie können jedoch Psychotherapie als außergewöhnliche Belastung bei der Einkommens-steuererklärung geltend machen. Private Krankenkassen übernehmen Heilpraktikerkosten nach ihren eigenen Richtlinien. Bitte erkundigen Sie sich bei Ihrer Krankenkasse. Ich weise darauf hin, dass ich nur auf Privatrechnung unabhängig einer eventuellen Kostenübernahme arbeite. Die Regelung der Kostenübernahme durch Ihre Krankenkasse steht in Ihrer Verantwortung.  

Für Paartherapie sowie Erziehungs- und Lebensberatung besteht grundsätzlich keine Übernahmepflicht der Krankenkassen. 

Suchen Sie bei psychischen Erkrankungen einen kassenzugelassenen Psychotherapeuten, wenden Sie sich bitte an Ihre Krankenkasse oder die kassenärztliche Vereinigung Bayern. Familienberatung jedoch keine Therapie bieten Ihnen auch Caritas und Diakonie.



Noch ein wichtiger Hinweis

 

Kassenzugelassene psychotherapeutische Praxen sind häufig überlaufen. Monatelange Wartezeiten sind nicht ungewöhnlich. Der Heilpraktiker/in hat meist innerhalb weniger Tage einen Termin für Sie und ausreichend Zeit, Ihnen zuzuhören.

 

Des Weiteren kann es bei kassenfinanzierten Therapien zu Schwierigkeiten und Einschränkungen beim Wechsel in eine private Krankenkasse, beim Abschluss einer Berufsunfähigkeitsversicherung oder einer Lebensversicherung kommen. Eine Überprüfung Ihrer Krankengeschichte durch die Versicherungen kann zu einer Einstufung in eine höhere Kostenrisikoklasse führen oder eine Ablehnung nach sich ziehen. Bei einer selbstfinanzierten Therapie werden keine Daten an die Krankenkasse übermittelt und keine Einträge in entsprechende Register vorgenommen.

Noch ein Hinweis zum Schluss:

Falls Sie belegen können, dass Sie bei mehreren Kassentherapeuten keinen Termin bekommen haben (Liste über Anrufe bei den Therapeuten mit Datum), übernehmen die gesetzlichen Krankenkassen evtl. auch die Therapie beim Heilpraktiker für Psychotherapie.